Landwirtschaft

Unseren vielfältigen 60 Hektar Bio-Betrieb bewirtschaften wir aus Überzeugung im Einklang mit der Natur. Den Rahmen bieten dabei die Richtlinien der Anbauverbände Biokreis und Bioland, in der Praxis heißt das jedoch noch viel mehr:

Ackerbau

Auf dem Acker sorgt eine ausgeklügelte Fruchtfolge für Ausgewogenheit zwischen den Boden nährenden und den Boden zehrenden Kulturen. Stickstoff liefern dabei die Leguminosen, denn diese können anders als andere Pflanzen mit Hilfe von Knöllchenbakterien den Luftstickstoff binden. Um Nährstoffauswaschungen in das Grundwasser zu vermeiden bauen wir Zwischenfrüchte an und brechen unser Kleegras wenn möglich im Frühjahr um, sodass der darauf folgende Sommerweizen den freiwerdenden Stickstoff gleich nutzen kann. Das Grundgerüst unserer Fruchtfolge ist also: 1,5 Jahre Kleegras – Sommerweizen – Triticale mit Zwischenfrucht – Ackerbohnen/Erbsen-Hafer-Gemenge – Winterweizen mit Zwischenfrucht – Erbsen-Hafer-Gemenge und dann geht es wieder von vorne los. Auf kleineren Teilflächen ergänzt Speisegetreide – Backweizen, Dinkel und Roggen – die Vielfalt auf dem Acker. Eine schöne Fläche am Hof haben wir eigens für unseren Gemüseanbau reserviert.

Gedüngt werden all unsere Ackerkulturen mit organischen Düngern wie Viehmist und Gülle. Im Gemüseanbau kommen Hornspäne und Vinasse als Dünger dazu. Diese geben dem Boden auf natürlichem Wege das zurück, was wir ihm entziehen. Sollten einzelne Nährstoffe dennoch ins Ungleichgewicht kommen, werden sie z.B. in Form von Gesteinsmehlen ergänzt um einen gesunden Boden und gesunde Lebensmittel zu erzeugen.

Die Fruchtfolgegestaltung trägt mit einem Wechsel zwischen Sommerungen und Winterungen und einem gut geführten Kleegrasbestand maßgeblich zur Beikrautregulierung bei. Da wir die Felder dann noch mit Hilfe von Striegel und Stern-Roll-Hacke pflegen können, kommen wir ganz wunderbar völlig ohne chemische Pflanzenschutzmittel aus.

Gemüsebau

Beim Gemüseanbau für die Solawi herrscht Vielfalt in ganz anderen Dimensionen. Der Herausforderung unsere Mitglieder das ganze Jahr über mit einer bunten Palette an Gemüse zu versorgen wird Gärtnermeister Moritz bestens gerecht. Er baut von Auberginen und Bete, über Kartoffeln, Lauch und Möhren, Spinat und Tomaten bis hin zu Zwiebeln alles und noch viel mehr an. Dabei kann er in dem Anzuchthaus der Solawi selbst aus samenfestem Bio-Saatgut die Jungpflanzen heranziehen. Ihm stehen zwei Hektar Freilandfläche für Kohl, Möhren, Lauch, Mais, Salate etc. zur Verfügung. Ergänzt wird diese Fläche noch von vier Folientunneln für Gurken, Tomaten und Paprika im Sommer und Salate im Winter. Damit versorgt er alle Mitglieder so reichlich, dass ein zusätzlicher Gemüsekauf im Bioladen oder Supermarkt zur absoluten Ausnahme wird.

Hühnermobile

Unsere Ställe stehen auch auf dem Acker. Wir haben uns für die vollmobile Hühnerhaltung entschieden, weil wir hiermit dem Tier und dem Boden sehr viel Gutes tun. Die Ställe sind wie Wohnmobile für Hühner, mit Photovoltaik-Anlage auf dem Dach völlig autark. Darin befinden sich Futtertröge, Tränken, Sitzstangen und auch die kuscheligen Dinkelnester. So sind die Hennen immer bestens versorgt und können ihre natürlichen Verhaltensmuster ausleben: Sich ein Nest im Dinkelspelz bauen, Futtern, Trinken, Schlafen wie es ihnen beliebt und Draußen immer wieder im frischen Grün oder im selbstangelegten Staubbad baden. Da wir die Ställe versetzen können, ziehen sie jedes Jahr von einem Acker zum nächsten und alle paar Wochen an eine neue Stelle. Das verteilt den Hühnermist ganz gleichmäßig auf all unseren Flächen und verhindert eine Überdüngung und damit die Auswaschung von Nitrat ins Grundwasser.

Durch das viele frische Grün werden die Eier aus dem Hühnermobil auf natürliche Weise gold-gelb-dottrig und schmecken unverwechselbar gut. Wir verteilen sie in unseren Solawi-Anteilen, bieten sie aber auch ab Hof und bei Sina an der Milchtankstelle in Buer-Wetter zum Verkauf an.

Rotes Höhenvieh

Auf unserem Grünland stehen Rote Rinder auf grüner Wiese, immer wieder eine Augenweide. Sie gehören der Rasse Rotes Höhenvieh an und sind damit ganz besondere Kühe. Das Rote Höhenvieh ist eine bedrohte Nutztierrasse, welche früher in den Mittelgebirgen Deutschlands als Dreinutzungskuh gehalten wurde.  Es diente den Menschen also mit Milch, Fleisch und Arbeit.  Bei uns, am Rande des Wiehengebirges, fühlen sich die Tiere pudelwohl.  Wir melken sie aber nicht und auch arbeiten müssen sie nicht mehr.  Stattdessen mästen wir Weideochsen und verteilen das Fleisch in unseren Solawi-Anteilen. Das Fleisch ist besonders feinfaserig und hat ein ganz wunderbares intensives Aroma.